Eine “einfache” Reise nach Junbesi – Teil 4

DSC01911Der 4. Tag

Der Schlaf nach der Anstrengung war nicht so gut wie erwartet – es liegt wohl an dem schnellen Höhenanstieg, fast alle haben kaum geschlafen. Nach einem frühen Frühstück brechen wir zusammen auf nach Junbesi. Es geht steil herunter, die Landschaft ist wunderschön. Ich bin sehr sehr froh, dass meine Reise in Junbesi endet. Ich bin auch durch den – für mich – monumentalen gestrigen Tag nicht zur Bergsteigerin geworden, es bleibt dabei: Ich habe als Kind keine körperlichen Höchstleistungen gemocht, ich war noch nie eine gute Sportlerin, ich kenne Fitnessstudios mehr von der Abbuchung auf meinem Konto als von Innen – ich treffe mich lieber mit guter Gesellschaft in einem Restaurant, und das wird sich nicht mehr ändern. Kurzfristige Wanderungen ja – tagelange Anstrengungen nein. Ich schaue mir den Weg nach unten an, den ich nicht wieder nach oben gehen möchte.

First view - Junbesi

First view – Junbesi

Nach Teepausen kommen wir mittags in Junbesi an – geschafft – Halleluja! Meine Lodge ist hübsch, hat zwar kein angeschlossenes Badezimmer – keine Lodge in Junbesi hat dies – aber immerhin eine westliche Toilette zwei Türen weiter, und eine warme Dusche im Betonzimmer im Erdgeschoss – wieder Halleluja, manchmal machen einen die kleinen Dinge sehr glücklich. Mein Zimmer ist gross und hell, mit drei Betten, von denen ich eines zu einem Kleiderschrank und ein anderes zu einem Arbeitsplatz umfunktioniere, der Wirt legt mir freundlicherweise eine Stromdose aufs Zimmer.IMG_1455Ich verabschiede mich von meinen neuen Freunden, die weitergehen – Barry, Gwyn, Harry, Jay und Mike, die Vorsehung hat euch an dem Tag und zu der Stunde auf den Weg geführt, ohne euch wäre ich nie nach Junbesi gekommen, und abgesehen davon hat es grosse Freude gemacht mit euch!
DSC01928Mittlerweile habe ich auch gehört, dass ich mir das Ganze hätte sparen können – es gibt von Junbesi aus einen Jeep zur nächsten Stadt, Salleri, wo Jeeps aus Kathmandu ankommen und wieder zurückfahren – insgesamt über 20 Stunden und doppelt so teuer wie der Bus, aber: Kein Gehen involviert! Halleluja! Der Weg zurück ist klar. Und ich finde es ein klein wenig ironisch, dass selbst mein Träger, ein echter Sherpa, diesen Weg zurücknahm…

7 responses to “Eine “einfache” Reise nach Junbesi – Teil 4

  1. Hallo Gudrun,

    vielen Dank für all die tollen Geschichten! Ich sitze lesend an meine Computer, schmunzle manchmal vor mich hin, bin oft erstaunt ob der neuen Informationen und bewundere Deine Ausdauer.
    Ein schöner Einstieg in den Tag!
    Viele Grüße und mach bitte weiter so
    Lars

    • Hi Lars, danke Dir sehr! Bin momentan dabei, den Jeep zurück zu organisieren, aber das könnte schwerer sein als gedacht, ich habe jetzt nur Sorge, dass ich auch zurück wieder gehen muss… Wünsche Dir auch einen schönen Tag und alles Gute und keep in touch!

  2. Wowdasklingtnacheinerechtengrenzerfahrungichkannverstehendassdieseserlebnissienichtzumwanderfangemachthatabersiekönnendenrestihreslebensstolzaufsichseinweilsiediesesabenteuerüberstandenhabenichdrückefestdiedaumendassesfürdenrückwegmitkderbequemerenvariantejeeppklappt

  3. Hi Gudrun, Deine Reise ist das Tollste, was ich je gehört ( gelesen ) habe, ein Traum! Mach weiter, unbedingt, denn ich möchte noch so viel mehr lesen von Dir. Viele Grüße, Uwe

  4. Hallo Frau Klaff,
    ich hoffe es geht Ihnen gut und Ihre letzte Etappe hat Sie nicht zu sehr angestrengt – ich habe mitgelitten – das war einfach zu viel für einen Großstadt-Junkie.
    Machen Sie bitte weiter so.
    Liebe Grüße aus München
    Konrad Lindner
    PS: warte schon gespannt auf Ihren nächsten Blog.

    • Hallo Herr Lindner,
      vielen Dank! Mir geht es gut, bin seit zwei Tagen wieder in Kathmandu und erhole mich von der Jeepfahrt zurück (einfacher, aber nicht viel einfacher als die Wanderung). Sobald ich mich wieder aufraffen kann, kommt der nächste Blogeintrag, versprochen! Viele liebe Grüsse nach München
      Gudrun Klaff

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