Namaste – Willkommen Nepal

DSC01143So, jetzt bin ich also in Nepal, Mit-Heimat des Mount Everest, Land der Backpacker und Bergsteiger – und, wie mir auffällt, das erste Mal ein Land, das die Briten nicht eingenommen hatten, Halleluja. Tee gibt es trotzdem. Bin mir nicht völlig sicher, ob hier Links- oder Rechtsverkehr herrscht, ich glaube, es gibt erst gar keine Regeln.

Mein Plan für die nächsten Wochen: Zweieinhalb Wochen in Kathmandu, um mir die Stadt anzusehen, und Zeit für den Blog, meine Bilder, für mich zu haben. Dann geht es nach Tibet, 10 Tage Rundreise inklusive Mount Everest Basecamp (hoffentlich – im März werden keine Visa ausgestellt, hoffen wir, dass es nächste Woche besser aussieht). Tibet auch aus dem Grund, weil man zu diesem Basecamp – im Gegensatz zu dem auf der nepalesischen Seite – mit dem Jeep fahren kann, was meiner lauffaulen Natur sehr entgegenkommt. Ich war immer noch dabei, mich zu meiner Cleverness zu beglückwünschen, als ich erfuhr, dass ich zu meinem nächsten Freiwilligeneinsatz, ein Dorf mitten im nepalesischen Himalaya, 3-4 Tage laufen muss, weil der nächstgelegene Flughafen leider für längere Zeit ausfällt. DREI BIS VIER TAGE LAUFEN? Macht ihr Scherze? Leider nein. Ich kämpfte einen kurzen aber sehr heftigen Kampf mit meinem Schweinehund, den ich leider gewann – ich werde laufen. Aber ich werde einen Träger haben, die (mit Handgepäck) knapp 40 Kilo schleppe ich nicht alleine das Gebirge hinauf.
DSC00945In diesem Dorf – Junbesi – werde ich für ca. 4 Wochen Unterricht geben – ich weiss noch nicht, was genau; das Schüleralter geht von 4 bis 20 Jahre, und ich nehme an, es wird Englisch und vielleicht ein wenig IT sein. Was dann kommt, weiss ich auch noch nicht, ich habe aufgehört, Pläne lange im Voraus zu machen; langsam ist meine Freiheit auch geistig bei mir angekommen.

Jetzt also erst einmal Kathmandu. Erste Eindrücke:

Nach Myanmar ungefähr 20 Grad Temperatursturz. Mein Hotel für diese Woche ist sehr schön, aber auch sehr alt mit dicken Mauern und dunklen Zimmern, und es ist hierin nochmals gefühlte 10 Grad kälter. Nach Monaten des Meckerns über tropische Hitze kann ich jetzt also über Kälte zetern. Es gibt im Zimmer sogar einen Heizstrahler, was toll wäre, gäbe es da nicht ein kleines Problem: Das nepalesische „Load-Shedding“, heisst: Es gibt kaum Strom. Nur zu bestimmten Zeiten gibt die Stromdose Saft. Hier ist der Plan, wenn es KEINEN Strom gibt:DSC01142Ist eine echte Herausforderung, wenn man wie ich Tonnen von elektronischem Schnickschnack mit sich führt, der allesamt geladen werden will, aber es gibt immerhin eine über Solarenergie gespeiste Stromdose und Glühlampe, und das Internet funktioniert wohl auch über Solar. Ich danke meiner Familie sehr für das Geschenk von Solar- und externer Batterie, und baue mein Leben um die Stromabschaltungen herum, wie wahrscheinlich alle hier.DSC01016Kathmandu: Laut; dreckig; gross; voller historischer Bauten; dauerndes Hupkonzert; Tempel mit Augen; chaotischer Verkehr; das ständige Erklingen von Tempelglocken, von vorbeigehenden Passanten in Bewegung gesetzt; enge Gassen, in denen man sich an der Häuserwand entlangquetscht, weil man ansonsten unter die Räder von Autos, Rikschas, Motorrädern und Fahrrädern gerät. Um wieder einmal den Rough Guide zu zitieren: „Wie soll man Kathmandu beschreiben? Eine mittelalterliche Zeitkapsel? Ein ökologisches Desaster? Eine heilige Stadt? Eine Touristenfalle? Die Antwort ist: Alles vorgenannte.“

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Mir gefällt es hier, die Stadt ist chaotisch, aber hat Flair, Atmosphäre, Charme. Ja, natürlich gilt man als Tourist wieder mal als Geldmaschine, aber sie schaffen es, höflicher und weit weniger aggressiv zu sein als die Sri Lanker, um ein Beispiel zu nennen. Ein netter Schalverkäufer zum Beispiel gab mir einen wirklich wunderschönen grossen Schal aus echter Yak-Wolle (gegen die Kälte) für 10 Dollar statt für 45, weil ich wie gebeten auf ihn wartete, während er andere Kunden bediente, und er mir glaubte, dass ich ein Budget-Limit von 10 Dollar hatte (für die man nicht-Yak-Wolle-sondern-Acryl-Schals erhält – wie gesagt, ich entwickele ein neues Verhältnis zu Ausgaben), und „Geld nicht alles ist“, was eine sehr nette Einstellung ist.

Es wird natürlich wieder die übliche Geschichtslektion kommen, aber dafür muss ich erst mal ein wenig hier ankommen. Am Dienstag habe ich bei einer Charity mitgeholfen (Bericht folgt), Mittwoch einen Kochkurs besucht (Bericht folgt), gestern eine Stadtbesichtigung gemacht (zwecks Geschichtslektion), heute ist Schreiben dran – ich bin schwer beschäftigt :D.

3 responses to “Namaste – Willkommen Nepal

  1. Hi from sunny RÜ, looking forward to your adventure on your 3-4 day walk in the hills 🙂

  2. Hi Gudrun deine Berichte machen richtig Spass und Lust darauf das alles mal selber zu sehen, Freue mich immer wenn ein neuer Bericht kommt weiß dann das es dir gut geht. Pass auf dich auf, und vergess das Atemgerät beim Bergsteigen nicht.Du bist auch nicht mehr die jüngste -:) Welchen Bruder meintest du eigentlich, der Hexe und dich in Zusammenhang bringt?

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