Singapur

Singapur – eine erstaunlich junge Stadt, die 1819 gegründet wurde, als Stamford Raffles, Britischer Leutnant-Gouverneur von Java, die Notwendigkeit sah, zur Sicherung der Handelsrouten der East India Company einen Außenposten im Süden von Malay zu gründen. Raffles kann man heute nicht mehr entkommen – jede zweite Strasse, Gebäude, Attraktion, etc. scheint nach ihm benannt.

In 1963 erklärte Singapur die Unabhängigkeit von Britannien und gründete zusammen mit u.a. Malay den Staat Malaysia, trat aus diesem Bündnis jedoch zwei Jahre später wieder aus und ist seit 1965 ein unabhängiger Stadt-Staat. Soweit die heutige Geschichtslektion für diejenigen, die genauso wie ich wenig Ahnung von der Geschichte Singapurs hatten.

Wenn man die Stadt sieht, ist es unglaublich, was da so in weniger als 200 Jahren auf die Beine gestellt wurde. Da ich wenig Zeit hatte, habe ich mir die üblichen Verdächtigen angeschaut: Financial District, Busrundfahrt, Chinatown, Little India, Colonial District.

Der Financial District ist wie man ihn sich vorstellt, alles extrem kommerziell, und insbesondere im direkten Vergleich zu Kuala Lumpur kommt einem Singapur sehr künstlich und überentwickelt vor. Wenn man allerdings durch die kleinen Gässchen von Little India und Chinatown schlendert, oder durch Kallang, wo ich gewohnt habe, dann kann man noch Ursprüngliches entdecken, unter anderem einen wunderschönen indischen Tempel, den Sri Veeramakaliamman Temple in Little India.

Was sonst noch war:
– Wenn man es schon nicht schafft, deutsche Freunde in Deutschland zu treffen, bietet es sich an, das auf der anderen Seite der Welt zu tun. Daher freute es mich, eine alte Freundin wiederzusehen, die sich zufällig gleichzeitig in der Stadt aufhielt.
– Von den Freuden, einen Taxifahrer durch die Stadt zu lotsen: Da ein Bus (eigentlich) sehr viel schneller als ein Zug ist in diesem Teil der Welt, nahm ich den Bus nach Singapur, nicht damit rechnend, dass die Fahrgäste einfach so mitten in der Stadt und im Unbekannten (und nirgendwo Nähe Hauptbahnhof oder ähnlichem) aus dem Bus geschmissen werden würden. Nach längerer Suche einen Geldautomaten gefunden, Geld abgehoben, das erste Taxi versucht, der Fahrer winkte gleich ab; der zweite hielt wenigstens an, wollte mich aber nicht an meine gewünschte Adresse bringen; dem dritten habe ich keine Chance gegeben, mich auf den Sitz gepflanzt, und mit Hilfe seines „Singapur A-Z“ an die richtige Adresse gelotst. Er fand das sehr lustig.
– Klimaanlagen sind auch in Singapur sehr wichtig!

Insgesamt, wenn ich zu wählen hätte, würde ich Singapur über KL bevorzugen – und ich möchte niemanden von Kuala Lumpur beleidigen. Singapur ist eine erstaunliche Stadt, mit grossem Angebot, und ich denke, dass es sehr viel zu entdecken gibt, ausserhalb des sehr künstlichen Zentrums. Es wäre sicherlich wert, eine Zeitlang in der Gegend zu bleiben. Für solche unter euch, die gerne einkaufen (ich war bis vor kurzem Teil von euch, aber ich muss Prioritäten setzen, und Reisen hat gewonnen) – Singapur ist dafür wahrlich kein schlechter Ort. Leider hatte ich nur einen ganzen und zwei halbe Tage, und (mal wieder) sehr viel Regen. Aber sollte ich mal wieder in die Gegend kommen, dann würde ich gerne ein paar Tage länger bleiben, um die Gegend richtig zu erkunden.

2 responses to “Singapur

  1. das Bild mit den Klimaanlagen ist sensationell. Macht Spaß, Deine Berichte zu lesen. Man fühlt sich als wäre man dabei. Lieben Gruss Heiner

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